Wie immer hat die Abschlussklasse 4 der Naturparkschule Kaisersbach in der Grundschulallee in den Kräuterterrassen Kaisersbach „ihren“ Baum gepflanzt. Bei bestem Sonnenschein konnte der Vorstand der Kräuterterrassen alle Anwesenden herzlich begrüssen: 19 Kinder, den Schulleiter Herrn Hieber, die Klassenlehrerin Frau Wiedmann, Herrn Bürgermeister Clauss sowie Herrn Pfitzenmaier vom Bauhof. Der Baum soll die Kinder immer daran erinnern, dass ihre Wurzeln in Kaisersbach sind. Wenn sie in einigen Jahren zurück nach Kaisersbach kommen, können sie „ihren“ Baum besuchen und sehen, wie er gediehen ist.
Dieses Jahr wurde eine Kornelkirsche, auch Hartriegel genannt, gepflanzt. Der lateinische Name lautet „Cornus mas“. Es handelt sich, entgegen der deutschen Bezeichnung, nicht um eine Kirschart. Die Sträucher blühen in Deutschland sehr früh, in der Regel sogar noch vor den gelbblühenden Forsythien. Die Blüten produzieren viel Nektar. Damit bieten sie Honigbienen und Wildbienen erste Nahrung im Frühjahr. Die Blätter dienen verschiedenen Insektenarten als Raupenfutter.
Im Spätsommer reifen die Früchte, die gerne von verschiedenen Vogelarten wie Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber, Eichelhäher usw. wie auch von der Haselmaus, dem Siebenschläfer, Feldhasen und Rehen angenommen werden. Auch Arten von Schwebfliegen und Käfern profitieren vom Nahrungsangebot der Kornelkirsche.
Die Früchte sind erst dann reif, wenn sie schwarz-rot sind. Man sollte mit der Ernte keineswegs bis nach dem ersten Frost warten, wie häufig angegeben ist. Nach dem Frost fallen die Kirschen vom Baum und sind nicht mehr verfügbar. Die 2 cm langen ovalen Früchte müssen allerdings reif sein, weil unreife ungenießbar sind. Den Früchten werden folgende Eigenschaften zugeschrieben: blutreinigend, vitaminspendend, entzündungshemmend. Die Kirschen können tiefgefroren werden. Was man nicht sofort verzehrt, verarbeitet man zu Marmelade oder Saft. Eine Kostprobe einer Kornelkirsch-Marmelade konnten alle später vor Ort probieren.
Nach diesen Ausführungen sprach Bürgermeister Clauss ein Grußwort zu den Anwesenden und machte auf die Wichtigkeit von Bäumen aufmerksam. Sie sind im Naturkreislauf unersetzlich. Es sind inzwischen 7 verschiedene Gehölze, die in der Grundschulallee stehen. Alle sind mit einem QR-Code versehen, so dass man jederzeit die Charakteristik der einzelnen Bäume auslesen kann. Er sprach die Bitte an die Kinder aus, daß sie den neuen Baum hegen und pflegen und auch regelmässig gießen. Er ist für sehr viele Bienen und Insekten so wichtig, weil er im Frühjahr erste Nahrung bietet. Die Kinder sollen sich immer an ihre Wurzeln in Kaisersbach erinnern.
Dann schritten die Schüler mit Hilfe des Bauhofs zur Tat. Mit Feuereifer und höchster Konzentration wurde die Kornelkirsche eingepflanzt und unter Anleitung des Bauhofs fixiert. Danach wurde der Baum ordentlich gewässert.
Herr Clauss überreichte jedem Kind seine eigene Urkunde über die Patenschaft zu dieser Kornelkirsche. Nachdem alle die Kornelkirsch-Marmelade probiert hatten, verliessen die Anwesenden die Grundschulallee nach einer sehr entspannten, harmonischen Aktion.
Die Tradition der Baumpflanzung soll im nächsten Jahr fortgeführt werden.